Vom 26. - 31. Januar 2010 findet der Prix de Lausanne statt. Mit dabei ist Philipp Handschin. Er absolviert zurzeit die Ausbildung zum Profitänzer an der Ballettschule Theater Basel
BASEL – George Bizets Oper Carmen hat unzählige Choreografen inspiriert. Jetzt auch Basels Tanzchef Richard Wherlock.
Die Premiere vom Freitag auf der Grossen Bühne des Theater Basel erntete beim Publikum begeisterten Applaus. Nicht nur bei Flamenco-Choreografen ist die Geschichte der unzähmbaren, leidenschaftlichen Carmen seit jeher beliebt. George Bizets Oper, 1875 in Paris uraufgeführt, hat auch klassische Ballettstars fasziniert, und in den 80er Jahren erlebte der Carmen- Stoff auch in der Film- und Unterhaltungsindustrie einen eigentlichen Boom.
Mit der Figur der Carmen hat Prosper Mérimée eine Allegorie der erotisch selbstbestimmten Frau geschaffen, die den Mann nach Lust und Laune lockt, verführt oder sich ihm entzieht. Immer behält sie die Kontrolle, indem sie die Männer erotisch an sich bindet, sie manipuliert und sie auf fatale Weise ins Unglück stürzt. Das Bild der femme fatale hatte während der Entstehungszeit der Carmen-Novelle Hochkonjunktur. Der Pariser Kunstbetrieb spiegelte mit den Themen Erotik, Leidenschaft, Macht und Freiheit das Lebensgefühl des 19. Jahrhunderts wider. In Bizets Oper erklärt Carmen gleich in ihrem Auftrittslied, der Habanera, wie sie denkt und fühlt: ungebunden, frei, sinnlich und leidenschaftlich. Ein rebellischer Vogel, der nicht zu zähmen ist und selbst wählt, wer geliebt oder abgelehnt wird. «‹Nimm dich in acht›, antwortete Carmen, ‹wenn man mir verbietet, etwas zu tun, ist es bald getan.›»*